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Aus Holz wird Kohle

 

Die Köhlerei Reichswalde erneut zu Gast im Niederrheinischen Freilichtmuseum

Im Juni 2020 sind die Köhler der Köhlerei Reichswalde bereits zum zweiten Mal der Einladung ins Niederrheinische Freilichtmuseum des Kreises Viersen gefolgt und haben als Teil des museumspädagogischen Programms das traditionelle Köhlerhandwerk vom Aufschichten des Holzes bis zur „Ernte“ der Holzkohle für Museumsbesucher lebendig werden lassen. Etwa zwei Wochen nahmen sich die Köhler um Wilhelm Papen dafür Zeit.

Zunächst wurde der Rundmeiler errichtet. Dafür wurde das etwa zwei Meter hoch aufgeschichtete Buchenholz von einer Schicht Gras, dem sogenannten Raudach, und einem Erdmantel umgeben. Nach vier Tagen war der Meiler bereit und wurde feierlich entzündet. Bereits am nächsten Tag qualmte er prachtvoll aus zahlreichen Rauchlöchern. An den Meilerrauch, welcher bald im ganzen Museum samt Büroräumen zu riechen war, hatten wir uns schnell gewöhnt. Im Gegensatz zum letzten Mal bereitete der Meiler den Köhlern in diesem Jahr einige Schwierigkeiten: Durch das trockene, heiße Wetter bröckelte der Erdmantel an einigen Stellen ab und musste mehrmals ausgebessert werden. Trotz allem konnte etwa 120 Stunden nach der Entzündung des Meilers die erste Kohle geerntet werden. Dafür wurde der Meiler nach und nach auseinandergenommen und die Kohle auf die bereitstehenden Siebe verteilt, dabei wurden eventuelle Glutnester sorgsam gelöscht. In mehreren Erntevorgängen wurden innerhalb von drei Tagen insgesamt ca. 1000 Kilogramm Buchenholzkohle gewonnen, ein Fünftel des ursprünglichen Gewichtes des Holzes. Neun Tage nach der Entzündung des Meilers war die Meilerplatte „geputzt“ und die Köhler der Köhlerei Reichswalde traten ihren Heimweg an. Die Köhlerwochen endeten mit dem Verkauf der begehrten, nach der Wasserburg des Museums benannten, Dorenburg-Kohle im Museumsshop. Innerhalb eines Tages war sie ausverkauft.

Obwohl im diesem Jahr, bedingt durch die Covid-19-Pandemie, sowohl Führungen als auch das Meilerfest ausfallen mussten, waren die Köhler an allen Tagen am Meiler anzutreffen und standen mit ihrer authentischen Art den interessierten Besuchern geduldig Rede und Antwort. Durch die Handwerksvorführung der Köhlerei Reichswalde konnte für die Besucher ein erlebnisorientiertes Lernen realisiert werden, was einen Gewinn für die Bildungsarbeit unseres Museums bedeutet. Das Niederrheinische Freilichtmuseum bedankt sich herzlich bei den Köhlern Wilhelm Papen, Willi Engels, Markus Heßelmans und Erik Eilert von der Köhlerei Reichswalde.

Lena Heerdmann

Niederrheinisches Freilichtmuseum

 

 

 

Holz & Kohle

Die Köhlerei Reichswalde zu Gast im Niederrheinischen Freilichtmuseum

 

Neben ein paar letzten Säcken Holzkohle in meinem Büro erinnern nur noch die geputzte Meilerplatte und der darüber schwebende Geruch nach schwelendem Holz an den Besuch der Köhlerei Reichswalde im Niederrheinischen Freilichtmuseum des Kreises Viersen. Eingeladen hatten wir die Köhler, damit sie unseren Besuchern dieses traditionelle Handwerk näherbringen und wir wurden nicht enttäuscht: Insgesamt 14 Tage nahmen sich Wilhelm Papen und sein Köhler-Team von Ende Mai bis Anfang Juni 2018 Zeit und vermittelten unseren Besuchern auf anschauliche Weise die Köhlerei. Dabei hatten die Köhler zunächst mit erschwerten Bedingungen zu kämpfen: anhaltender Starkregen(6Std./70 Liter) machte dem Meiler einen Tag nach seiner Entzündung zu schaffen. Um kein Risiko einzugehen, deckten die Köhler ihn schließlich sogar für einige Stunden mit einer Plane(bis1.60m Hoch) ab. Als sich der Regen am nächsten Tag endlich gelegt hatte und die Plane entfernt werden konnte, präsentierte sich der nun aus zahlreichen Rauchlöchern qualmende Meiler in seiner vollen Pracht. Etwas gewöhnungsbedürftig war lediglich der von ihm verströmte Meilerrauch, der bald in unseren Büroräumen und auch im Umkreis von etwa eineinhalb Kilometern rund um das Museum zu riechen war. Etwa 120 Stunden nach der Entzündung des Meilers war es dann endlich soweit: der Kopf des Meilers wurde geöffnet und die erste Kohle geerntet. Hatten die Köhler und der Meiler in den Tagen zuvor noch viel Ruhe ausgestrahlt, wurde es nun plötzlich hektisch und höchste Konzentration war gefragt. Die heiße Kohle musste auf bereitgestellte Siebe verteilt und eventuell vorhandene Glutnester gelöscht werden. Gleichzeitig durfte der Meiler nicht zu weit geöffnet werden, um ein Abbrennen der frischen Holzkohle zu verhindern. Unter den Augen zahlreicher Zuschauer ernteten Wilhelm Papen und seine Kollegen so die erste, nach der Wasserburg des Museums benannte Dorenburg-Kohle. Zahlreiche Erntevorgänge folgten, wobei insgesamt beinahe 1000 Kilogramm reine Buchenholzkohle gewonnen und eingesackt werden konnten.

 

Sowohl bei den Besuchern als auch dem gesamten Museumsteam stieß das Köhler-Projekt auf großes Interesse. Zahlreiche Führungen zur Geschichte der Köhlerei wurden gebucht und von den Mitgliedern der Köhlerei Reichswalde lehrreich und unterhaltsam durchgeführt. Aber auch ohne vorherige Anmeldung standen die Köhler ihren Gästen am Meiler geduldig und ausdauernd Rede und Antwort. Ich möchte mich daher im Namen des Niederrheinischen Freilichtmuseums an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei den Köhlern Wilhelm Papen, Willi Engelen, Markus Heßelmans und Erik Eilert von der Köhlerei Reichswalde für zwei tolle Wochen voller Rauch und Kohle bedanken. Mit ihrer offenen und authentischen Handwerksvorführung waren sie ein Gewinn für die Bildungsarbeit unseres Museums.

 

Kevin Gröwig

Niederrheinisches Freilichtmuseum

 

Der vierte Teil unserer Broschüre ist ebenfalls für 3,- € bei Buchhandlung Hinzen erhältlich.

 

Der dritte Teil unserer Broschüre für 3,- € bei Buchhandlung Hinzen und Meyer in Kleve erhältlich.

 

 

 

 

16. Mai 2012 – 12:00 Uhr

Der zweite Teil der Köhlerbroschüre ist neu erschienen!

Nach der ersten Broschüre „Köhlergemeinschaft Reichswalde“ werden in dem zweiten Teil die Ursprünge der Köhlerei am Niederrhein, sowie das Leben des Köhlers und seine Arbeit am Meilerplatz behandelt. Ebenfalls stellen wir weitere Berufe, die vom und mit dem Wald lebten vor.

Die Gründung der Ortschaften Reichswalde, Nierswalde und Rohdenwalde, die auf den gerodeten Flächen des Reichswaldes entstanden sind werden auch in dieser Broschüre beschrieben.

Die Broschüre ist für 5,- € bei Buchhandel Hitzen in Kleve erhältlich. Von jedem verkauftem Exemplar wird 1,- € an einem gemeinnützigen Zweck hier vor Ort gestiftet.

 

14. April 2011 – 12:00 Uhr

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Die neue Köhlerbroschüre ist eingetroffen!

Wir präsentieren mit stolz unsere erste Köhlerbroschüre, in der wir das Handwerk- und vor allem die Geschichte des Köhlers erklären und erzählen.

Die Broschüre ist für 5,- € bei Buchhandel Hitzen in Kleve, und selbstverständlich auch auf unserem diesjährigen Reichswalder Meilerfest vom 26.05. – 13.06. erhältlich.